2030 - war "damals" wirklich alles schlechter?

2014? Da war alles noch „anders“, aber war „anders“ besser oder schlechter als die jetzige Zeit und die, die noch kommen wird?

„Deutschland schrumpft und altert“, so lautete die Diagnose des Patienten „Deutschland“ schon vor Jahrzehnten.
Im Jahre 2030 wird Deutschland laut der FAZ, bei einer jährlichen Zuwanderung von 100000 Menschen, noch 77,2 Millionen Einwohner haben.
Deutschland wird also noch viel multikultureller werden, da aus vielen Ländern qualifizierte Arbeitskräfte angeworben werden.

Was bedeutet das für viele andere Bereiche in unserem Leben?
Kinder werden wie im Jahre 2014 schon in einem immer höhergeschrittenen Alter geboren. Dies ändert sich 2030 nicht, nur, dass viel mehr Menschen darauf zurückgreifen werden ihr Gengut zu „lagern“, bis der „richtige Zeitpunkt“ im Leben - bzw. in der Karriere - gekommen ist eine kurze Pause einzulegen.

1.) Lebenssituation
Doch wie wachsen diese Kinder auf?
Sie werden schon im jungen Alter unter Leistungsdruck gestellt und müssen immer schneller immer besser werden - Kind sein bleibt mehr und mehr auf der Strecke.

So wird es dazu kommen, dass noch viel mehr Jugendliche als 2014 (wo die Zahl am Abiturienten im Vergleich zu vorherigen Jahrzehnten bereits deutlich höher war) das Abitur absolvieren, denn Deutschland braucht qualifizierte Arbeitskräfte und am liebsten natürlich im eigenen Land ausgebildet. Das Abitur wird im Vergleich zu z.B. 1960 einfacher zu erreichen sein bzw. die Schüler werden mehr auf Leistungsdruck getrimmt, um das Abitur durch harte Arbeit zu erreichen statt nur einen Realschulabschluss mit anschließender Lehre.

Dies führt allerdings dazu, dass viel weniger junge Menschen sich nur mit einer Lehre zufriedengeben und das Studium anstreben werden.
Es wird weniger Leute geben, die „einfache Berufe“ erlernen wollen, denn sie werden nicht gut genug bezahlt. So kommt es, dass aus dem Ausland auch Menschen mit Handwerkstätigkeiten jeglicher Arzt wie Friseure, Maurer etc. nach Deutschland kommen, denn hier herrscht allerlei Bedarf.

Also wird es in Zukunft auch eine Herausforderung sein alte Schulgebäude anderweitig zu nutzen, da sie sonst anderen Bauten weichen müssen. Z.B. wäre es eine Möglichkeit für Unternehmen auf dem Land eine neue Arbeitswelt zu schaffen und so auch wieder attraktiver zu machen. Es wird aber auf keinen Fall ein leichtes Unterfangen sein.
Auf dem Land gibt es 2014 schon einige Schulen, die geschlossen werden müssen, da nicht genug Kinder geboren werden und somit nicht genug Schulklassen zusammenkommen. Dieses Phänomen wird in der Zukunft nur noch schlimmer werden und, denn es kommt vorallem zur "Landsterblichkeit", da noch mehr Menschen in die Städte oder Vorstädte streben werden, um ihren Beruf auszuüben und den Kindern die Möglichkeit einer guten Schulausbildung zu bieten.

2.) Studium
Im Jahre 2030 haben die Unis in Deutschland sehr hohe Studentenzahlen in Relation zu den Schülerzahlen insgesamt (aufgrund der oben geschilderten Thematik der Abiturieten), allerdings ist dies nicht vergleichbar mit 2014, denn da gab es noch mehr Kinder als jetzt, sodass 2030 generell trotzdem weniger Studenten eingeschrieben sind, als noch 2014, da es einfach nicht genug Studentenanwärter gibt, da die Kinder ausbleiben.
Auch sieht man leider von den vorhandenen Studenten an der Uni nur die wenigsten, denn wer geht schon freiwillig an die Uni, wenn er auch bequem von Zuhause aus die Uni besuchen kann?

Studiengänge sind mehr technisch bzw. an den Online-Medien ausgerichtet, sodass z.B. auch Literatur mehr auf die Internetbranche ausgerichtet wird und Medizin auch vermehrt technischer wird, da es automatisierter durch Gerätschaften stattfindet.
IT-Studiengänge erleben einen Boom, denn das Internet ist das präsenteste Medium überhaupt und es werden ohne Ende fähige Leute mit IT-Kompetenzen gesucht, den die Branche wächst und wächst.

Die meisten Studiengänge werden ausschließlich virtuell angeboten.
Es gibt virtuelle Hörsäle, in denen sich die Studenten zu den terminlich angesetzten Vorlesungszeiten einloggen können. Der Professor präsentiert seine Inhalte, bei Fragen können die Studenten einen Button drücken und sie können per Webcam eingeblendet werden und mit dem Professor kommunizieren. Es ist quasi wie in 2014, nur ohne direkten physischen Kontakt.
Tutorien werden in E-Kursen angeboten, nach dem gleichen Prinzip wie die beschriebenen Vorlesungen.

Schafft man es nicht virtuell zeitgleich an den Veranstaltungen teilzunehmen, dann hat man das ganze Semester lang die Möglichkeit sich die Aufzeichnungen nachträglich anzusehen.

Das gute ist, das man nicht an eine Universität gebunden ist. Man kann sich aus einem Pool von Kursen für einen bestimmten Studiengang aussuchen, welche man wählt. Natürlich gibt es vorgaben, aber so kann ein Student Marketing in Hannover belegen und dafür Statistik in Berlin.

Klausuren werden nur noch als E-Klausuren geschrieben. Hierfür muss man allerdings eine universitäre Einrichtung besuchen, diese muss aber nicht mal die Einrichtung sein, an der man den Kurs besucht. Man meldet sich an der Uni, an der man den Kurs belegt an und kann aus allen Universitäten Deutschlands auswählen, in welches E-Klausuren-Center welcher Uni man die Klausur absolvieren möchte. Wohnt man also in der Nähe von Kassel, so schreibt man die Klausur am liebsten dort, da die Anreise mit dem geringsten Aufwand verbunden ist.

Demnach kann sich jeder Student sein Studium flexibel planen und Morgenmuffel gehen erst nachmittags in die „virtuelle Uni“.

Leider hat dies natürlich auch Nachteile, denn man kann nicht mehr so einfach ein Kontaktnetzwerk aufbauen, da alles virtuell abläuft und man sein Zuhause nicht mehr verlassen muss. Man vereinsamt und bewegt sich zu wenig.

3.) Gesundheitswesen
Deshalb wird sich Deutschland im Jahre 2030 vermehrt der psychologische Betreuung widmen und auch gegen Fettleibigkeit kämpfen müssen, da die zunehmende Bequemlichkeit dies begünstigt. Demnach ist das Freizeitangebot an Sporteinrichtungen etc. sehr stark ausgeprägt und wird vermehrt umsonst von den Krankenkassen angeboten.

Im Gesundheitswesen generell wird sich bis 2030 einiges getan haben. Medizinische Gerätschaften werden immer kompakter, einfacher zu bedienen und billiger.

So wird es möglich sein, dass Patienten, die langfristige Betreuung und Versorgung brauchen, von Zuhause selbst versorgt und überwacht werden können.

Folglich wird die Medizin weiter automatisiert und somit auch präziser,genauer und schneller, da Fehler durch Ärzte minimiert werden und eine Maschine schneller auf verschiedene Krankheiten testen kann.

Dadurch können mehr Menschenleben gerettet werden, die durch eine Fehldiagnose oder zu späte Erkennung einer Krankheit in 2014 noch wenig Chancen hatten. Außerdem wird es für Patienten bequemer, da sie nicht monatlich quer durchs Land in eine Spezialklinik reisen müssen.

Auch wird es spezielle Computerprogramme geben, die einen Arztbesuch und lange Wartezeiten überflüssig machen, denn man kann sich per Webcam einloggen und mit einem verfügbaren Arzt kommunizieren und auch getestet werden durch die jedem Haushalt bereitgestellten medizinischen Testgeräten, die sehr geringe Anschaffungskosten besitzen.

So werden 2030 weniger Hausärzte benötigt werden, welches natürlich sowohl einen Vor- als auch einen Nachteil darstellt.
Natürlich wird es noch Kliniken geben, in denen demnach nur wirklich die besten Ärzte angestellt sein werden.

4.) Weg in den Beruf
Eine weitere Änderung aufgrund der mangelnden Arbeitskräfte wird sein, dass Studenten ihre Noten öffentlich in eine Datenbank laden können, auf die Arbeitgeber Zugriff haben.
So können Arbeitgeber bereits während des Studiums oder auch schon früher Talente aufspüren und für ihr Unternehmen begeistern bzw. binden und fördern. Also werden sich Unternehmen bei den Studenten bewerben und nicht umgekehrt. Die Gehälter werden höher sein, denn es gibt nicht genug qualifizierte Leute, also muss man sie finanziell locken, dass sie zu Unternehmen X statt Unternehmen Y kommen.

5.) Arbeit
Auch das Arbeitsleben kann sich vermehrt Zuhause abspielen: Home-Office ist Normalität und Präsenz vor Ort eher die Ausnahme.
Da kommt es schon mal vor, dass man das ganze Jahr in seinem Ferienhaus in Spanien verbringen kann und trotzdem tagsüber in Deutschland arbeiten kann ohne den Standort zu wechseln.
Alles ist flexibler und bequemer, ganz wie es sich viele Leute in 2014 noch gewünscht haben, denn Termine müssen nicht mehr verschoben werden, man studiert oder arbeitet einfach ein paar Stunden später weiter.

6.) Erneuerbare Energien
Erneuerbare Energien sind Programm und nicht die Ausnahme. 2030 wird man größtenteils E-Autos auf den Straßen vorfinden und wohin man guckt sieht man E-Tankstellen.
Die Natur zeigt ein Schauspiel von zig Windrädern, Offshore-Parks, Solar-Parks etc.
Unsere Lebensqualität steigt aufgrund der saubereren Luft an, aber wir haben immer noch einen langen Weg vor uns, um gegen die Umweltverschmutzung anzukämpfen. Dies ist ein globales Problem und noch sind einige große Länder noch nicht genug engagiert, auch wenn sie die Problematik seit Jahrzehnten kennen.

7.) Fazit
Es wird einige gute Veränderungen geben bis zum Jahre 2030, leider kommen aber auch mindestens genauso viele Probleme hinzu, die es zu lösen und zu minimieren heißt.
Andere Länder wachsen rapide, Deutschland muss darum kämpfen, um ein paar Menschen „abzuwerben“ und seine Wirtschaft und das Gesundheitswesen zu pushen.
Somit wird Deutschland mit einigen Problemen zu ringen haben, aber auch von vielen Neuerungen profitieren können.

Für die Universität Kassel bedeutet dies, das Studienangebot weiter an die Entwicklungen des Arbeitsmarktes anzupassen und vorallem das Studieren bequemer zu machen, welches einige vor allem finanzielle Ressourcen benötigen wird. Die Uni wird mehr um seine Studierenden kämpfen müssen, da es durch die virtuelle Gestaltung viel einfacher sein wird an sehr renomierenten Unis virtuell zu studieren. Es wird also mehr und mehr auf einen Kampf der Unis um die Studierenden herauslaufen. Hierzu sollte sich die Uni Kassel bestenfalls frühzeitig auf eine spezielle Sparte von Studiengängen besonders spezialisieren, sodass man eine besondere Ruputation aufbaut, dass die Uni Kassel z.B. als die IT-Uni wahrgenommen wird.
Aufgrund der generell sinkenden Geburtenraten wird es weniger Studierende geben, sodass auch hier reagiert werden muss in Verbindung mit der Virtualisierung, denn die Räumlichkeiten sind vorhanden, werden aber in Zukunft immer weniger genutzt werden, sodass ein Plan für eine alternative Verwendung erarbeitet werden muss.

Bilder: 
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